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DOSB-Ehrennadel für verdiente Persönlichkeiten des Sports

03.12.2016

Der DOSB hat am Samstag (3.12.) auf seiner Mitgliederversammlung in Magdeburg acht Persönlichkeiten in Anerkennung ihrer Verdienste um den deutschen Sport die Ehrennadel verliehen.

Wurden für ihre Verdienste um den Sport mit der Ehrennadel des DOSB ausgezeichnet (v.l.): Josef Fendt, Dieter Prenzel, Karl Heinz Kerst, Gabriele Freytag, DOSB-Präsident Alfons Hörmann, Claudia Bokel, Wolfgang Remer, Dieter Schmidt-Volkmar, Gerd Heinze; Foto: DOSB / Robert Schlesinger

Die Ausgezeichneten sind: Claudia Bokel, Präsidentin des Deutschen Fechter-Bundes, Gabriele Freytag, frühere Direktorin der Führungs-Akademie des DOSB, Josef Fendt, Präsident des Internationalen Rennrodelverbandes, Wolfgang Remer, langjähriger Präsident des Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommern, Gerd Heinze, ehemaliger Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft, Karl-Heinz Kerst, ehemaliger Präsident des Deutschen Badminton-Verbandes, Dieter Prenzel, früherer Präsident des Deutschen Kegler- und Bowlingbundes und Dieter Schmidt-Volkmar, der neun Jahre an der Spitze des Landessportverbandes Baden-Württemberg stand.

"Degenfechter sind Taktiker", sagte Fecht-Olympiasiegerin und neues DOSB-Präsidiumsmitglied Britta Heidemann in ihrer Laudatio über Claudia Bokel. "Viel ausdauernder als ihre Kollegen mit dem Florett oder Säbel beobachten sie ihren Gegner, um dann plötzlich zuzustoßen." Nicht jede sportliche Eigenart lasse sich auf spätere Tätigkeiten übertragen. Doch im Falle der früheren Degenweltmeisterin Claudia Bokel stimme dies gewiss: "Für eine studierte Chemikerin ist analytisches Denken selbstverständlich, und auch die sportpolitische Arbeit der Claudia Bokel ist nicht von Zufällen geprägt."

Beharrlich und konsequent habe sich die einstige Sportlerin, die in den Niederlanden geboren wurde, aber für Deutschland startete, für die Sache der Athleten eingesetzt,  als Vorsitzende der Athletenkommission des EOC und des DOSB, seit 2008 auch im IOC, dabei vier Jahre lang als Vorsitzende. Zehn Jahre lang verfocht sie im DOSB-Präsidium den Standpunkt der Sportler.

Seit wenigen Wochen ist Bokel nun Präsidentin des Deutschen Fechterbundes. "Sie wird auch diese Aufgabe angehen, wie wir sie als Fechterin in Erinnerung haben", ist sich Heidemann sicher.

"Die Führungs-Akademie des DOSB in Köln ist eine großartige Erfolgsgeschichte", begann Walter Schneeloch, DOSB-Vizepräsident Breitensport und Sportentwicklung, seine Laudatio auf Gabriele Freytag. In den Verbänden werde die Akademie als authentischer und glaubwürdiger Ideengeber und Konzeptbegleiter wahrgenommen. Ein größeres Kompliment sei dieser Institution nicht zu machen, so Schneeloch.

Die Akademie habe sich unter ihrer Direktorin Gabriele Freytag zu einem wichtigen Baustein im System des organisierten Sports entwickelt, vom reinen Seminarbetrieb hin zu einer Serviceeinrichtung mit hoher Beratungskompetenz. Darüber hinaus habe die ehemalige aktive Volleyballspielerin die strategische Neuausrichtung der Führungs-Akademie erfolgreich fortgesetzt und notwendige Veränderungsprozesse im organisierten Sport mit angestoßen und begleitet.

Nach insgesamt mehr als 20 Jahren, davon sieben Jahre als Leiterin, hat sich Gabriele Freytag im vorigen Jahr von der Akademie verabschiedet, in Richtung ihrer Wahlheimat Berlin. Dort hat sie in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport die Referatsleitung Standortmarketing und Sportentwicklung übernommen. "Gute Voraussetzungen, um Berlins Ruf als Sportstadt zu fördern", glaubt Schneeloch.

Rennrodeln ist kein Sport für jedermann. Zum einen erfordert es einigen Mut, sich auf einem Schlitten in eine steile Eisröhre zu stürzen. Zum anderen ist die Zahl der Wettkampfmöglichkeiten sehr überschaubar. Derzeit gibt es weltweit 16 Eiskanäle und nur zehn Weltcuprennen. "Dennoch ist es dem Präsidenten des Internationalen Rennrodelverbandes, dem Berchtesgadener Josef Fendt, gelungen, die olympische Sportart zukunftsträchtig aufzustellen", stellt Athletensprecher und DOSB-Präsidiumsmitglied Christian Schreiber in seiner Laudatio auf Josef Fendt fest.

Der Rodelsport ist international mehr und mehr verbreitet. Insgesamt hat der Weltverband 53 Mitglieder. Zum Entwicklungsprogramm gehört, dass erfolgreiche Nationen Patenschaften für Sportler aus Ländern übernehmen, in denen Eis und Schnee unbekannt sind. Der Verband finanziert darüber hinaus Trainer und Schlittenbauer. Es seien solche Ideen, so Schreiber, mit denen sich der einst selbst erfolgreiche Rodler Fendt schnell im Weltverband einen Namen machte. Seit Juni 1994 ist er Weltpräsident. "Von seinem jahrzehntelangen Erfolg profitieren, ganz nebenbei, auch die deutschen Rodler."

Wolfgang Remer war der dienstälteste Landessportbund-Präsident Deutschlands. In seiner Laudatio auf Remer hob Jan Holtze, dsj-Vorstandsvorsitzender und frisch gekürtes DOSB-Präsidiumsmitglied, hervor, dieser habe 26 Jahre lang den Sport in Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich geleitet und geprägt. Seit der Gründung im September 1990 führte Remer den LSB. Die Zahl der Mitglieder verdoppelte sich seitdem auf jetzt fast 240 000. Seine ehrenamtliche Arbeit reicht bis 1972 zurück, seinerzeit in der Sektion Segeln des Sportclubs Traktor Schwerin. Gleichzeitig arbeitete er als Lehrer, später auch als Schulleiter der Kinder- und Jugendsportschule Schwerin.

"Im LSB kämpfte Remer auch dafür, dass die Sportvereine im Land konstante Fördermittel der Landesregierung erhielten. Beharrliche Lobbyarbeit führte zur Entwicklung eines Sportfördergesetzes, das Planungssicherheit schuf", sagte Holtze.

Remers Idee waren die Jugend- und Seniorensportspiele im Land. Auch die Baltic Sea Youth Games mit jungen Sportlern aus zehn Nationen sind mit seinem Namen verbunden. Viele Tausend Menschen seien durch diese Großveranstaltungen an den Sport gebunden worden, so Holtze.

Das schnelle Laufen übers Eis sei eine elegante Sportart, aber das Gleiten nur scheinbar mühelos, beschieb DOSB-Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung, Petra Tzschoppe in ihrer Laudatio auf Gerd Heinze die Sportart, die dieser viele Jahre geprägt hat. "Vieles sei gelungen, manches aber nicht – so lautete das auch selbstkritische Fazit, das Gerd Heinze zog, als er sich nach elf Jahren als Präsident und 26 Jahren ehrenamtlicher Arbeit für die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft zurückzog", sagte Tzschoppe.

Heinze habe beim Aufbau des DOSB geholfen. Das höchste Amt in seinem Verband übernahm in einer sehr erfolgreichen Zeit. Aber die Anzahl der Medaillen nahm ab, konstatierte Tzschoppe. Vielfältige interne und externe Ursachen machte der Präsident aus und leitete selbst die Neuaufstellung des zweitkleinsten deutschen Wintersportverbands ein, "auch indem er über den Tellerrand blickte. Die Installation des neuen Sportdirektors Robert Bartko beispielsweise, der aus dem Bahnradsport stammt, steht für den Beginn frischer und in der jüngsten Zeit erfolgreiche Bemühungen, die Rahmenbedingungen zu verbessern", lobte Tzschoppe.

"Es ist die schnellste Ballsportart der Welt. Ein Federball ist schon mal mit an die 500 Stundenkilometern gemessen worden", staunt Stephan Abel, DOSB-Vizepräsident Finanzen. Er hielt die Laudatio auf Karl-Heinz Kerst, der zehn Jahre lang siebter Präsident des Deutschen Badminton-Verbandes war, ehe er in diesem Jahr nicht mehr zur Wiederwahl antrat. Damit blickt er auf mehr als 50 Jahre ehrenamtliche Arbeit zurück, im Heimatverein, im Landesverband Nordrhein-Westfalen und im DBV. "Bei aller Rasanz der Ballwechsel zeichnet sich die ehrenamtliche Führung im Badminton-Sport durch bemerkenswerte Ruhe, Gelassenheit und Konstanz aus", lobt Abel.

In Kersts Amtszeit schafften die Spitzenspieler den Anschluss an die Weltspitze, waren in Rio gar in allen Wettbewerben vertreten. Und doch sieht der Klevener seine Sportart längst nicht im Scheinwerferlicht – sondern wie viele, sagt er, „vom Fußball geradezu erstickt“. Es hat ihn nicht davon abgehalten, fast ein ganzes Leben lang für die Faszination der schnellsten Ballsportart zu werben und zu wirken.

"Einfach umwerfend", witzelte Ole Bischof, DOSB-Vizepräsident Leistungssport in seiner Laudatio auf Dieter Prenzel und ergänzt dann sachlich: "So werben Kegler und Bowler seit einigen Jahren für sich und ihre Disziplinen, die auf vier unterschiedlichen Bahnen gespielt werden." Die Spielarten eigneten sich als Hobby für jeden und jedes Alter und für die ganze Familie. "Aber es ist eben nicht nur geselliges Vergnügen. Kegeln und Bowling sind auch anspruchsvoller Sport, der Ausdauer, Koordination und Konzentration fordern", anerkennt Ole Bischof.

Die familiäre Seite hat auch Dieter Prenzel früh kennengelernt, in den frühen fünfziger Jahren auf den beiden Kegelbahnen seines Großvaters in Berlin. Als Sportkegler sammelte er schöne Erfolge auf allen Bahnarten. Und über Jahrzehnte engagierte er sich ehrenamtlich. "Für seinen umwerfenden Sport setzte sich Dieter Prenzel zwölf Jahre lang als Präsident des Deutschen Kegler- und Bowlingbundes ein. In dieser Zeit ist es ihm gelungen, die vielen verschiedenen Interessen zusammenzuführen, zu organisieren und weiterzuentwickeln", so Bischof.

"Wie würde er selbst seine Amtszeit als Präsident des Landessportverbandes Baden-Württemberg beschreiben?", fragte Gudrun Doll-Tepper, DOSB-Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung in ihrer Laudatio auf Dieter Schmidt-Volkmar. „Es war eine Herausforderung, die ein Leben bereichert“, habe dieser geantwortet. "Wir können im Blick auf seine neun Jahre an der Spitze des drittgrößten Landessportbundes feststellen: Er hat die Herausforderung bestanden."

Dieter Schmidt-Volkmar war zuvor hauptberuflich Leitender Ministerialrat im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, kannte die Sportlandschaft aber auch aus anderer Perspektive. Er stand dem Basketballverband Baden-Württemberg vor und war zudem mehrere Jahre Präsident des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes. Unter seiner Federführung schloss der LSV mit der Landesregierung den Solidarpakt Sport III ab, ebenso die Rahmenvereinbarung über Bewegung, Spiel und Sport im außerunterrichtlichen Schulsport und der frühkindlichen Bildung.

"Insofern bereichert die Herausforderung, die der LSV-Präsident für sich sah, auch das Leben vieler, vieler Sporttreibender", sagte Doll-Tepper.

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(Quelle: DOSB)

 
 

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