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DOSB-Ehrennadel für verdiente Persönlichkeiten des Sports

02.12.2017

Der DOSB hat auf seiner Mitgliederversammlung in Koblenz sechs Persönlichkeiten in Anerkennung ihrer Verdienste um den deutschen Sport die Ehrennadel verliehen.

Die für ihre Verdienste um den Sport mit der Ehrennadel des DOSB Ausgezeichneten mit ihren Laudatoren (v.li.): Strucksberg, Schneeloch, Bastia, Bischof, Fahrion, Heidemann, Doll-Tepper, Wiencek, Hörmann. Foto: DOSB / Jan Haas

DOSB-Präsident Alfons Hörmann zeichnete am Freitagabend Marion Caspers-Merk mit der DOSB-Ehrennadel aus. Foto: DOSB/Jan Haas

Barbara Oettinger, Vorsitzende der Verbände mit besonderen Aufgaben und DOSB-Präsident Alfons Hörmann überreichen Klaus Schmidt die Urkunde. Foto: DOSB

Michael Vesper freut sich über die Goldene Ehrennadel zu seinem Abschied aus dem Amt. Foto: DOSB / Jan Haas

Die Ausgezeichneten sind: Marion Caspers-Merk, ehemalige Präsidentin des Deutschen Kneipp-Bundes, Gunter H. Fahrion, langjähriger Präsident des Deutschen Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verbandes, Herbert Bastian, ehemaliger Präsident des Deutschen Schachbundes, Harro Strucksberg, zehn Jahre lang Präsident des deutschen Rollsport- und Inline-Verbandes, Klaus Schmidt, langjähriges Mitglied im Arbeitskreis Sport des CVJM Deutschland, Winfried Wiencek, ehemaliger Präsident des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes sowie Michael Vesper Vorstandsvorsitzender des DOSB.

Ole Bischof, DOSB-Vizepräsident Leistungssport hielt die Laudatio auf Herbert Bastian, der den Schachsport lebe wie es im Leitbild des Deutschen Schachbundes steht: "Schach ist Sport und Spiel, Schach ist Kunst und auch Wissenschaft". So habe es auch Herbert Bastian kennengelernt, zunächst als Teil der Spielesammlung im Elternhaus, dann im sportlichen Bemühen, zunächst gegen den Vater, dann im Verein und auf Turnieren zu gewinnen oder auch im Lösen kunstvoller Aufgaben.

Dem Mathematiker und Physiker Bastian bot sich dann ein weiterer Blickwinkel, sagte Bischof. Doch eigentlich, so habe er es selbst gesagt, eigentlich sei Herbert Bastian Funktionär, seit er Schach spielt.

Jugendarbeit, Kassierer im Schachverein, Leitung von Schulschachgruppen, Ausbildung zum Trainer, Veröffentlichung von Schachbüchern, dann Präsident des Saarländischen Schachverbandes und schließlich – von 2011 bis 2017 – Präsident des Deutschen Schachbundes. "Er habe immer gestalten wollen, sagt Bastian. Und er halte es schlecht aus, wenn er sehe, was zu tun sei und nichts geschehe."

So habe Herbert Bastian oft auch temperamentvoll Stellung bezogen und seine Ideen diskutiert. Selbst für Schachspieler lässt sich allerdings nicht jeder Zug voraussehen. "Doch Bastian hat sich um die finanzielle Konsolidierung des Verbands verdient gemacht, er hat eine stärkere Einbeziehung von Frauen in seinen Sport gefördert und sich insbesondere um die Vereine gekümmert."

"In der Mannschaftssportart Tauziehen kommt es nicht nur auf Kraft an. Gefragt sind Koordination, Ausdauer und auch Harmonie. Wenn nicht alle an einem Strang ziehen, gelingt das gemeinsame Unternehmen nicht", leitete IOC-Mitglied Britta Heidemann ihr Laudatio auf Gunter Fahrion ein. Das liesse sich gut aufs Umfeld und aufs Ehrenamt übertragen.

Und so habe es Gunter H. Fahrion gehalten, der sich seit 42 Jahren in verschiedensten Funktionen im Deutschen Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verband engagiert, vom Pressewart und Schriftführer bis zum Präsidentenamt, das er 29 Jahre lang ausfüllte.

Daneben ging das sportliche Wirken über den Verband hinaus: Fahrion, beruflich in Diensten der Stadt Stuttgart, war hier Pressechef des Deutschen Turnfestes, hier organisierte er die Rad-WM 1991, leitete das Bewerbungsbüro für Stuttgarts Bemühungen um Olympische Spiele und nebenamtlich die Geschäfte für die SportRegion Stuttgart.

Vor allem aber setzte er sich für die Nichtolympischen Verbände ein. 1989 half er mit, die Interessengemeinschaft der NOV zu gründen. Sieben Jahre lang war er ihr Sprecher. "Die Vorbereitung der World Games von 2001 bis 2013 gehörte dabei zu den verdienstvollsten Aufgaben", sagte Heidemann.

Acht Jahre lang vertrat Fahrion die NOV auch in der Sprechergruppe der Spitzenverbände. "Das alles geht nicht ohne Kraft, Ausdauer und die Fähigkeit, notfalls in harten Diskussionen eine gemeinsame Linie zu finden." Dass dennoch ein Geduldsfaden reißen könne, selbst wenn er fest wie ein Tau ist, habe Fahrion ebenso erlebt – und auch da konsequent gehandelt.

Dem Ehrenamt bleibt er trotzdem erhalten. Eine Etage tiefer, wie er es nennt, und seit nunmehr 42 Jahren als Landesvorsitzender für den Rasenkraftsport und das Tauziehen.

"Harro Strucksberg ist Rollhockey. Rollhockey ist Harro Strucksberg", begann Walter Schneeloch, DOSB-Vizepräsident Breitensport und Sportentwicklung seine Laudatio auf den ehemaligen Präsidenten des deutschen Rollsport- und Inline-Verbands . Es gelinge nicht vielen,  zum Symbol einer Sportart zu werden.

In Teterow in Mecklenburg-Vorpommern geboren, aber in Herten aufgewachsen, war der Weg zum Rollhockey für Strucksberg praktisch vorgezeichnet. "Denn das Stadion am Bramhügel lag direkt um die Ecke, und alle Jungs aus seiner Klasse spielten nicht Fußball, sondern Rollhockey", so Schneeloch.

Harro Strucksberg war Nationaltorhüter und bestritt 250 Länderspiele, sechs Europa- sowie sechs Weltmeisterschaften für seine Spvgg Herten. "Doch er gab sich nicht damit zufrieden, seinen Sport  nur aktiv zu betreiben. Er wollte etwas verändern, seinen geliebten Sport attraktiver machen. Von 2007 bis 2017 war er  Präsident des deutschen Rollsport- und Inline-Verbands – seit Februar, als er nicht mehr kandidierte, ist er folgerichtig dessen Ehrenpräsident." Auch international vertrat und vertritt Strucksberg den Rollhockey-Sport seit 2004 als Präsident des Rollhockey-Weltverbands.

"Harro Strucksberg lebt für seinen Sport", lobte Schneeloch. "In den vielen Jahren seines unermüdlichen Engagements standen auch viele Hürden im Weg. Aber ihm war nie eine Herausforderung zu groß." Nicht umsonst bezeichneten ihn viele als „den wichtigsten Mann im Rollhockey auf der Welt“.

"Eine geballte Ladung von Erfahrung und Herzblut hat das „Magazin für Hörgeschädigte“ bescheinigte Gudrun Doll-Tepper, DOSB-Vizepräsidentin Bildung und Olympische Erziehung Winfried  Wiencek. Dieser sei nicht nur einer der erfolgreichsten deutschen Gehörlosen-Tischtennissportler, sondern blicke insgesamt auch auf volle 50 Jahre Tätigkeiten im Gehörlosensport zurück.

Wiencek gewann 19 Deutsche Meistertitel, er war Nationalspieler, er war Betreuer bei vier Europameisterschaften und vier Weltspielen der Gehörlosen. 1970, mit 21 Jahren, stieg er dann schon ins Ehrenamt ein und engagierte sich in seinem Verein GTSV, im Gehörlosen-Sportverband Nordrhein-Westfalen, dessen Präsident er seit 2006 ist. 

Auch im Deutschen Gehörlosen-Sportverband habe er Marken gesetzt, sagte Doll-Tepper: "Er war Jugendsekretär, Verbandsfachwart für Tischtennis, Beisitzer und Generalsekretär und von 2013 bis 2017 Präsident. Außerdem ist er auch international im Tischtennis in der Verantwortung."

Damit sei die „geballte Ladung“ von Erfahrung reichlich untermalt. "Das Herzblut aber wollen wir noch etwas näher erklären: Mit seinem Engagement hat er den Gehörlosensport entscheidend weiterentwickelt. Er hat viel dazu beigetragen, dass Teilhabe nicht nur ein Schlagwort geblieben, sondern immer mehr Wirklichkeit geworden ist: Dank des großen Einsatzes von Winfried Wiencek ist der Einsatz von Gebärdensprachdolmetschern, zumindest beim DOSB, wesentlich vorangekommen."

Am Ende der Mitgliederversammlung verabschiedete DOSB-Präsident Alfons Hörmann den langjährigen Vorstandsvorsitzenden des DOSB, Michael Vesper, der Am Ende das Jahres "in den wohlverdienten Ruhestand" geht. Hörmann würdigte die Verdienste Vespers in einem Amt mit unglaublich vielfältigen Themen und Aufgaben und überreichte ihm die Goldene Ehrennadel des DOSB: „Herzlichen Dank für all das, was Du in den vergangenen elf Jahren für Sportdeutschland geleistet hast.“

In einer Videobotschaft blickte Hörmanns Vorgänger, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, auf die vielen gemeinsamen Jahre zurück und würdigte vor allem die gelungene Fusion von DSB und NOK, an der Vesper einen Mammutanteil habe. 

Michael Vesper bekräftigte, dass er mit großer Freude auf seine Zeit im Sport zurückblicke: „Im und für den Sport wirken zu dürfen, ist ein Geschenk, für das ich sehr dankbar bin“, sagte Vesper. Er streifte die wichtigsten Themen seiner Amtszeit und wünschte dem DOSB und vor allem seiner Nachfolgerin Veronika Rücker mit ihrem Team viel Erfolg für die Zukunft: „Du hast eine spannende Zeit und eine begeisternde Aufgabe vor Dir.“

Zwei Ehrungen am Vortag

Bereits am Vorabend wurden Marion Caspers-Merk und Klaus Schmidt mit der DOSB-Ehrennadel ausgezeichnet. Beide Laudationes hielt DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Marion Caspers-Merk, so Hörmann, habe mit großem Engagement in ihrer achtjährigen Amtszeit als Präsidentin des Deutschen Kneipp-Bundes mit dafür gesorgt, dass die Vision des Deutschen Kneipp-Bundes immer mehr zur Wirklichkeit wird: „Gesunde Menschen im Einklang mit sich, den Anderen und der Natur“. Sportlerinnen und Sportler aus vielen Sportarten könnten dem wohl uneingeschränkt zustimmen.

Caspers-Merk habe mit neuen Ideen die Gesundheitslehre von Pfarrer Kneipp weiter vorangebracht, sagte Hörmann. "Sie hat dem größten nichtkommerziellen Gesundheitsverband Deutschlands eine starke Stimme gegeben und ihn als wichtigen Mitspieler bei Themen wie Prävention und Gesundheitsförderung positioniert." Dabei konnte sie sich auf ihr Expertenwissen als Staatssekretärin a. D. des Bundesgesundheitsministeriums und ehemalige Drogenbeauftrage der Bundesregierung stützen. Als Geschäftsführerin der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg ist sie auch im Hauptberuf dem Breiten- und Spitzensport eng verbunden.

Caspers-Merck habe sich immer dafür eingesetzt, dass der Verband mit seinen rund 600 Kneipp-Vereinen über soziale und kulturelle Grenzen hinweg Menschen aller Generationen erreicht und sie nicht nur an eine gesunde Lebensweise heranführt, sondern auch zu Gesundheitsexperten ausbildet. "Der Kneipp-Bund ist damit eine wertvolle Mitgliedsorganisation des DOSB, die dazu beiträgt, dass der organisierte Sport seit Jahrzehnten einen der wichtigsten und zuverlässigsten Partner des Gesundheitssystems in Deutschland darstellt."

Das große Engagement von Klaus Schmidt habe dazu beigetragen, dass die Partnerschaft zwischen Kirche und Sport und explizit zwischen dem DOSB und den unter seinem Dach tätigen konfessionellen Sportverbänden ein hervorragendes sei, lobte Alfons Hörmann. "Der Sport hat großes Potenzial, sich für eine gerechte Welt und ein freundschaftliches und faires Zusammenleben einzusetzen. Klaus Schmidt, der im CVJM Eichenkreuzsport seine sportliche Heimat hat, ist das ganz besonders wichtig."

Schmidt ist im Hauptberuf stellvertretender Schulleiter am evangelischen Dag-Hammarskjöld-Gymnasium in Würzburg.  Seit jungen Jahren spielt er begeistert Tischtennis. Er war lange Jahre verantwortlich für die Sportarbeit im bayerischen CVJM Lauf und als Fachwart Tischtennis für den CVJM Deutschland.

Von Februar 2003 bis Januar 2017 war er Mitglied im Arbeitskreis Sport des CVJM Deutschland und vertrat diesen in der Zeit von November 2008 bis Januar 2017 als dessen Vorsitzender in den Gremien des DOSB und im Arbeitskreis Kirche und Sport der EKD.

"Gemeinsames Sporttreiben und sich dabei Austauschen auch über geistliche Themen ist für Klaus Schmidt wesentliches Element und Triebfeder seines Engagements", so Hörmann. Der Präses des CVJM Deutschland, Karl-Heinz Stengel, habe es auf den Punkt gebracht: „Breitensport als missionarische Aufgabe zu verstehen, wahrzunehmen und weiterzuentwickeln war und ist Klaus Schmidt immer in großes Anliegen gewesen“.

(Quelle: DOSB)


 
 

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